Referenz · Gastronomie
Die Stempelkarte, die im Handy wohnt
Das „Plauderstübchen“ der JT Wein GmbH steht saisonal auf Weinfest und Weihnachtsmarkt in Leipzig. Statt Papierkarten, die verloren gehen und im Regen aufweichen, tippen Gäste am Stand einen Chip an — der Stempel ist sofort gebucht. Kein App-Store, keine Installation.
Plauderstübchen Leipzig
JT Wein GmbH · Julia Tärrer
- Kundin
- JT Wein GmbH — „Plauderstübchen“, Leipzig
- Branche
- Gastronomie, saisonaler Marktstand
- Aufgabe
- Papier-Stempelkarte digitalisieren
- Form
- Web-App fürs Handy, ohne App-Store
- Auslöser
- NFC-Chips am Verkaufsort
- Umfang
- Mehrstufiges Stempel- und Prämiensystem
Die Ausgangslage
Eine Papierkarte hält keinen Weihnachtsmarkt aus
Papier-Stempelkarten haben am Marktstand drei Probleme auf einmal: Sie gehen verloren, sie weichen bei Regen auf, und niemand weiß hinterher, wie viele Prämien eigentlich ausgegeben wurden.
Dazu kommt der Aufwand am Stand selbst — Karte suchen, Stempel finden, stempeln, zurückgeben. Bei Andrang kostet das genau die Sekunden, die man nicht hat.
Gesucht war etwas, das der Gast immer dabei hat und das trotzdem nicht nach Technikprojekt aussieht. Das Handy hat ohnehin jeder in der Hand.
So läuft es
Antippen — fertig
Vier Stationen, die der Gast als eine einzige Bewegung erlebt.
Chip antippen
Am Stand hängen NFC-Chips. Der Gast hält das Handy dran — mehr passiert nicht von seiner Seite.
Prüfung
Ist der Chip freigegeben? Ist die Wartezeit seit dem letzten Stempel um? Sonst passiert nichts.
Stempel gebucht
Der Stempel landet auf der Karte und im Protokoll — mit Gast und Zeitpunkt.
Prämie in Sicht
Erreichte Prämienfelder leuchten auf der Karte auf. Der Gast sieht sofort, wohin es geht.
Voraussetzung beim Gast ist ein Handy mit NFC. Wer keins hat, kann die Karte trotzdem ansehen — gestempelt wird dann von Hand über die Verwaltung.
Ein Blick hinein
Durch die App klicken
Zuerst die Gästeansicht, danach die Seite der Betreiberin. Alle Aufnahmen stammen aus eigens angelegten Demonstrationskonten; Namen und Adressen sind ersetzt.
Die Karte
Prämienstufen, dann der Gold Club
Über die Karte verteilt liegen mehrere Prämienstufen, die aufleuchten, sobald sie erreicht sind — welche Prämie wo steht, legt die Betreiberin selbst fest und kann es jederzeit ändern.
Ist die Karte voll, steigt der Gast dauerhaft in den Gold Club auf: Die Karte wechselt sichtbar das Gesicht, und jeder weitere Stempel bringt einen Nachlass, der sich aufsummiert. Höhe und Wartezeit stellt die Betreiberin selbst ein.
Jede Prämie ist belegt — in zwei Schritten
Eine Gratis-Runde ist steuerlich kein Nichts. Deshalb wird eine Prämie nicht einfach abgehakt, sondern in zwei getrennten Schritten eingelöst:
Der Gast fordert die Prämie in der App ausdrücklich an. Erst beim nächsten Antippen eines Chips am Stand wird sie bestätigt — mit Zeitpunkt.
Beide Zeitpunkte stehen fest im Protokoll. Damit lässt sich später nachvollziehen, welche Prämie wann tatsächlich über die Theke ging. Ein regulärer Stempel wird bei diesem Vorgang bewusst nicht gutgeschrieben.
Die andere Seite
Was die Betreiberin steuern kann
Der Verwaltungsbereich ist bewusst schlicht — er wird zwischen zwei Gästen bedient, nicht am Schreibtisch.
Export fürs Steuerbüro
Eine Excel-Datei über den gewählten Zeitraum, mit drei Blättern: Tagesübersicht, eingelöste Prämien und Gold-Club-Nachlässe. Damit ist die Frage „was habt ihr verschenkt?“ in zwei Klicks beantwortet.
Prämien selbst ändern
Stempelzahl, Text und Symbol jeder Prämie sind direkt änderbar — die Änderung ist sofort auf den Karten der Gäste sichtbar, ohne dass jemand etwas neu veröffentlichen muss.
Sehen, wann Betrieb ist
Eine Übersicht zeigt die aktivsten Gäste und über Wochentag und Uhrzeit, wann gestempelt wird. Praktisch, um Personal und Öffnungszeiten zu planen.
Chips einzeln sperren
Sieben Chips, jeder einzeln aktivierbar. Geht einer verloren, wird er gesperrt — ab dann löst er keinen Stempel mehr aus.
Wartezeiten einstellen
Wie viele Sekunden zwischen zwei Stempeln liegen müssen — getrennt für Standardkarte und Gold Club. Verhindert, dass jemand fünfmal hintereinander antippt.
Nachvollziehen, was passiert ist
Jeder Stempelvorgang steht mit Zeitpunkt im Protokoll und lässt sich durchsuchen. Bei Rückfragen eines Gastes ist die Antwort in Sekunden gefunden.
Die Kundenverwaltung selbst zeigen wir hier bewusst nicht — dort stehen echte Gästedaten.
Grenzen mit Absicht
Was bewusst nicht gebaut wurde
Auch hier gilt: Automatisierung wird akzeptiert, wenn klar ist, wo sie aufhört.
Kein App-Store
Die Karte läuft im Browser und lässt sich wie eine App auf dem Startbildschirm ablegen. Keine Installation, keine Freigabeprozesse, kein Update-Zwang.
Alle Zugänge liegen bei der Kundin
Code-Verwaltung, Hosting und Datenbank laufen auf den eigenen Konten des Plauderstübchens. Wir richten ein und betreuen — verantwortliche Stelle für die Gästedaten ist die Betreiberin.
Kein Newsletter-Versand
Ob jemand Werbung bekommen möchte, wird gespeichert — versendet wird darüber nichts. Eine Anbindung an einen Versanddienst wäre technisch machbar, ist aber bewusst nicht Teil des aktuellen Umfangs.
Keine Bezahlfunktion
Die Karte zählt Stempel und weist Prämien nach. Kasse, Gutscheine und Warenkorb bleiben außen vor — das würde den Stand nur komplizierter machen.
Bausteine












